Seit Februar 2026 leitet Pastoralreferentin Ursula Kaiser die katholische Krankenhausseelsorge sowie die Seelsorge für Aids- und drogenkranke Menschen. Ihr Team besteht aus 15 Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Neben ihrer neuen Leitungsfunktion bleibt die Theologin weiterhin in der Seelsorge des Marienhospitals aktiv. Ursula Kaiser bringt umfangreiche Erfahrung mit: Schon seit 1994 ist sie in der Krankenhausseelsorge tätig, seit 2019 arbeitet sie im Team der Stuttgarter Klinikseelsorge mit. Über ihre neue Aufgabe freut sie sich sehr: „Ich möchte die Seelsorgenden unterstützen, damit sie ihre Aufgaben gut wahrnehmen können. Dazu gehört auch eine gute Selbstfürsorge, die spirituelle Bedürfnisse einschließt. Außerdem möchte ich die bewährte ökumenische Zusammenarbeit weiter gut fortführen.“
Krankenhausseelsorge: Begleitung in schwierigen Lebensphasen
Die Klinikseelsorge steht allen Menschen offen. Ursula Kaiser beschreibt ihre Aufgabe so: „Wir begleiten Menschen ein Stück ihres Weges. Im Gespräch bieten wir Raum für Gefühle und Gedanken in all ihrer Ambivalenz – ohne Entscheidungsdruck oder sonstigen Druck. Es geht um Reden, wo die Sprache versagt, um Abschied, wo Trennen schwerfällt, um Leben, wo Krankheit und Sterben sind, und um Schweigen, ohne zu verstummen.“ Dabei betont sie: „Wir drängen uns niemandem auf.“
Viele Menschen erinnern sich in kritischen Lebensphasen daran, dass Glaube eine Hilfe sein kann. Manche wünschen sich Rituale wie eine Segnung oder ein Gebet, andere – oft kirchenferne Menschen – suchen das Gespräch über Gott. „Ich habe kleine Engel, die ich verschenke, wenn es passt. Als Klinikseelsorgerin braucht man ein gutes Gespür und eine feine Wahrnehmungsgabe. Das ist sehr individuell und macht die Aufgabe so interessant“, weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung.
Pfarrer Thomas Krieg: Übergabe nach langjähriger Leitungsarbeit
Ursula Kaiser folgt auf Pfarrer Thomas Krieg, der die Leitung seit 2019 innehatte. Er bleibt weiterhin als Seelsorger im Marienhospital tätig. Seine Amtszeit begann ein halbes Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie. „Die Schwierigkeiten mit fehlender Schutzkleidung, Masken und Kontaktbeschränkungen sind mir noch gut in Erinnerung“, sagt er. Die Einschränkungen durch die Pandemie sind längst vorbei, viele von ihm umgesetzten Projekte wirken bis heute, etwa die Erreichbarkeit im Nachtrufdienst in guter ökumenischer Zusammenarbeit.
Nach über 30 Jahren in leitender Funktion war es sein Wunsch, Verantwortung abzugeben und sich wieder stärker der direkten Seelsorge zu widmen: „Mir ist ein gutes Miteinander wichtig, und ich freue mich, mich nun wieder auf meine Aufgaben als Seelsorger konzentrieren zu können.“ So ist er nun sowohl im Marienhospital als auch im Hospiz St. Martin tätig.
Würdigung durch stellvertretende Stadtdekane
Matthias Haas, stellvertretender Stadtdekan, würdigt die Arbeit von Pfarrer Thomas Krieg: „Er hat in den vergangenen Jahren mit viel Weitsicht und seiner achtsamen und kollegialen Art die Leitung der katholischen Klinikseelsorge in Stuttgart wahrgenommen. Damit hat die Klinikseelsorge als eine Einrichtung unseres Dekanats auch für die Zukunft eine gute und tragfähige Basis bekommen.“
Werner Laub, ebenfalls stellvertretender Stadtdekan, spendete bei Einführung Ursula Kaiser einen Segen. „Frau Kaiser bringt mit ihrer großen Erfahrung im Bereich als Klinikseelsorgerin die richtigen Voraussetzungen für die Leitung mit. Auch bei den anstehenden Veränderungen in Struktur und Seelsorge unserer Stadtkirche wird die Klinikseelsorge ein Herzstück bleiben: Nah bei den Menschen“, so Werner Laub.