Auftakt am 25. und 26. April

St. Maria als …: Interim auf dem Kirchenvorplatz schafft Raum für Begegnung, Kunst und Gemeinschaft

Während der umfassenden Renovierung der katholischen Kirche im Stuttgarter Süden bleibt St. Maria als … sichtbar und aktiv: Eine temporäre Architektur auf dem Vorplatz bildet einen Ort für Austausch, Kultur und Gottesdienste. Ein zweitägiges Symposium eröffnet das Interim und lädt zur Diskussion über die Zukunft gemeinschaftlicher Räume ein.

Zwei Frauen vor einem Container, der mit grafischen Elementen gestaltet ist. © Heinz Heiss
Die Kuratorinnen Romy Range und Ania Corcilius vor einem Container der Interimsarchitektur auf dem Kirchenvorplatz.

Die Kirche St. Maria wird grundlegend erneuert und bleibt deshalb für mehr als ein Jahr geschlossen. Still wird es um das besondere Gotteshaus dennoch nicht. Anstatt auf andere Räume auszuweichen, setzen die Kuratorinnen von St. Maria als … auf Präsenz – sichtbar, zugänglich und offen für unterschiedliche Nutzungen.

„Uns war schnell klar, dass wir in der Zeit der Renovierung nicht von der Bildfläche verschwinden möchten“, sagt Kuratorin Ania Corcilius. „Wir möchten den Ort in der Tübinger Straße aktiv halten.“

Auftakt mit Symposium: Kirchen x Kunst x Gemeinschaft

Am Samstag, 25., und Sonntag, 26. April 2026, eröffnet ein Symposium das Interim. Unter der Leitfrage „Welche Räume brauchen wir für ein neues Miteinander?“ diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Kirche, Kunst und Sozialarbeit über die Rolle von Kirchen im urbanen Kontext.

Das Programm reicht von Impulsvorträgen über Podiumsdiskussionen bis hin zu einem Stadtspaziergang mit Streetworkern. Auch künstlerische Interventionen und eine Soundinstallation sind Teil des Wochenendes. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Autor Gerrit Gohlke.

„Wir möchten verschiedene Perspektiven zusammenbringen“, so Corcilius. „Es geht um Kirche und Stadt, um Orte, an denen sich Menschen begegnen können.“

Nachhaltige Interimsarchitektur schafft Aufenthaltsqualität

Entworfen wurde das Interim vom Stuttgarter Studio Umschichten. Die temporäre Architektur besteht aus mehreren Elementen, die sich über den Vorplatz verteilen: Sitzlandschaften aus ehemaligen Kirchenbänken, mobile Strukturen, große Schirme sowie drei Container, die als Bar, Backstage- und Lagerräume dienen.

Viele Materialien stammen aus früheren Projekten und wurden bewusst wiederverwendet. Auch Teile des alten Kirchenbodens finden sich in einer neuen Plattform wieder. „Ein sorgfältiger und respektvoller Umgang mit Materialien ist uns sehr wichtig“, erklärt Architekt Peter Weigand. „Wir denken immer das Davor und das Danach mit.“ So ist auch die Interimsarchitektur vor St. Maria rückbaubar gestaltet.

Solange die Kirche renoviert wird, schaffen die Sitzlandschaften auf dem Vorplatz aber erst einmal Aufenthaltsqualität – während und jenseits von Veranstaltungen.

Raum als zentrales Thema

Das Thema Raum ist nicht nur Schwerpunkt des Symposiums, sondern auch Leitfaden für die gesamte Übergangszeit. „Wenn der Kirchenraum wegfällt, stellt sich die Frage umso dringlicher: Wo kommen Menschen zusammen?“, so Corcilius. In den kommenden Monaten sind weitere Formate geplant.

Mit dem Interim geht auch der Ideenwettbewerb von St. Maria als ... weiter. Anstelle der Kirche wird nun der Vorplatz mit temporärer Möblierung (Bühne, Kaffeebar, Backstage-Container, Sonnenschirme, zwei Zelte) kostenfrei für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Ausgeschlossen sind kommerzielle Projekte, private und Firmenfeiern sowie parteipolitische Veranstaltungen. Die Projekte müssen kostenfrei und für alle zugänglich sein.

Das Symposium findet am 25. und 26. April 2026, jeweils ab 11 Uhr auf dem Vorplatz von St. Maria, Tübinger Straße 36, statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.stmariaals.de.

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