Stuttgart war unter den ersten Städten in Deutschland, die sich auf den Weg gemacht haben, die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche systematisch in den Blick zu nehmen und zu verbessern. Die Landeshauptstadt war deshalb auch unter den ersten Städten, die sich kinderfreundliche Kommune nennen dürfen. Zur Kinderfreundlichkeit gehören jährliche Kinderversammlungen und überhaupt eine starke Beteiligung von Kindern und Jugendlichen genauso wie Befragungen nach ihren Bedürfnissen und Erwartungen. Der nächste Aktionsplan ist bereits im Entstehen.
"Kinder brauchen Raum und Förderung"
Dennoch kommt es auch in einer kinderfreundlichen Kommune immer wieder zu Interessenkonflikten, zum Beispiel dann, wenn Jugendliche Plätze besetzen und sich Anwohner davon gestört fühlen. Der katholische Stadtdekan Christian Hermes und die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler werden beim Talk am 13. Juni schauen, was gut läuft bei der Umsetzung von Kinderrechten, aber auch diskutieren, wo die Kinderfreundlichkeit schon heute an Grenzen stößt. Und der Blick auf die demografische Entwicklung zeigt: Der prozentuale Anteil der Älteren steigt, der Anteil der Kinder und Jugendlichen aber sinkt. „Kinder brauchen Raum und Förderung für ihre bestmögliche Entwicklung, die Chance sich aktiv zu beteiligen, unseren Schutz und unser Wohlwollen. Es ist unsere dringliche Aufgabe, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu wahren. So stärken wir sie“, sagt die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler.
Als katholische Kirche gute Präventionsarbeit vor Ort machen
Um Kinder zu stärken hat die katholische Kirche die Kinder-stark-mach-Wochen auf den Weg gebracht. Überall in der Stadt finden Veranstaltungen, Gottesdienste und Aktionen statt, bei denen Mädchen und Jungen ihre Stärken und ihre Fähigkeiten entdecken und entwickeln können. Dazu gehört auch die Petze-Ausstellung, in der Kinder spielerisch lernen, sich zu schützen. Die Ausstellung vermittelt den Mädchen und Jungen handlungsorientiert Präventionsprinzipien wie „Mein Körper gehört mir“, Es gibt gute und schlechte Geheimnisse“ und „Ich darf NEIN sagen“. Die Kinder-stark-mach-Wochen und das Programm Kinderstärke(n) sind Teil der Präventionsarbeit der katholischen Kirche in Stuttgart. „Die katholische Kirche hat schwere Fehler beim Umgang mit sexuellem Missbrauch begangen. Umso wichtiger ist es, dass wir vor Ort eine gute Präventionsarbeit machen“, sagt der katholische Stadtdekan Christian Hermes. Auch darum soll es beim nächsten Talk gehen: wie Kinder bestmöglich geschützt werden können.
Der Talk am Dom findet am Dienstag, 13. Juni, im Atrium im Haus der Katholischen Kirche in der Königstraße 7 statt. Wer Interesse hat, kann einfach kommen. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht erforderlich.