Umbau beginnt am 3. Juni

In St. Ulrich werden Kita und Gemeinderäume in die Kirche eingebaut

Die Orgel ist bereits abmontiert, die Kirchenbänke werden gerade ausgebaut. Nach den Pfingstferien am 3. Juni beginnt der große Umbau der Kirche St. Ulrich. In der katholischen Kirche im Fasanenhof passiert, was viele Architekten und Baufachleute im Sinne der Nachhaltigkeit fordern: Die Kirche wird im Bestand saniert. Die Hülle bleibt, innen aber verändert sich eine ganze Menge. In das bestehende Kirchenschiff werden zwei Stockwerke eingezogen, damit eine viergruppige Kita einziehen und zusätzlich Gemeinderäume eingebaut werden können. Der eigentliche Kirchenraum wird verkleinert, behält dabei aber die markanten Buntglasfenster, die auch in Zukunft für ein besonderes Licht in der Kirche sorgen werden.

© Heinz Heiss

Für Martin Uhl, den leitenden Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde St. Hedwig und St. Ulrich, ist der Umbau von St. Ulrich ein Leuchtturmprojekt, das weit über Stuttgart und den Fasanenhof hinausstrahlen wird: „Wir schaffen es in St. Ulrich, mit dem grundlegenden Umbau gemeindliches und sakrales Leben auf gute Weise zusammenzubringen. Kita-Alltag und Spiritualität, Gemeindeleben und Gottesdienst werden in einem Gebäude konzentriert. Der Umbau von St. Ulrich ist ein zukunftsweisendes Projekt, das zeigt, wie eine kleine Gemeinde räumlich zusammenrückt, aber dennoch vor Ort sichtbar bleibt.“

Kirche wird verkleinert ohne ihren Charakter zu verlieren

Bisher fanden sich Kita, Kirche und Gemeinderäume in unterschiedlichen Gebäuden, künftig werden alle Nutzungen in dem jetzigen Kirchengebäude Platz finden. Damit dies möglich ist, werden in einem Teil des Kirchenraums zwei Stockwerke neu eingezogen, so dass eine viergruppige Kita Platz finden wird. Deren Räume werden im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss liegen, zu erreichen sein wird die Kita über den jetzigen Seiteneingang der Kirche. Im zweiten Obergeschoss bekommt die Gemeinde St. Ulrich zwei Gemeinderäume, einen Jugendraum und ein neues Pfarrbüro.

Buntglasfenster prägen auch künftig die Raumwirkung

Durch die Integration von Kita und Gemeinderäumen in das bestehende Gebäude wird die eigentliche Kirche verkleinert, ohne ihren besonderen Charakter zu verlieren. Möglich wird dies vor allem durch die Buntglasfenster an der Nordostfassade und in der Marienkapelle, die bleiben und auch in Zukunft für eine besondere Atmosphäre im Kirchenraum sorgen werden. Die umgebaute Kirche wird ihre Raumhöhe behalten, verkleinert wird die Grundfläche. Aus den jetzigen Kirchenbänken werden neue Bänke und zusätzliche Hocker angefertigt, die nach dem Umbau 150 Gottesdienstbesuchern Platz bieten. Altar und Ambo werden von dem österreichischen Künstler Albrecht Zauner neu gestaltet. In der Kirche werden zudem Boden, Beleuchtung und Deckenverkleidung erneuert. „Nach dem Umbau werden die vorhandenen Anklänge an eine gotische Kirche viel stärker wirken. Die Höhe des Raumes wird für die Besucherinnen und Besucher viel unmittelbarer spürbar sein, die Blicke werden nach oben gerichtet“, sagt Pfarrer Martin Uhl.

Baukosten liegen bei 12,4 Millionen Euro

12,4 Millionen Euro kostet der Umbau im Bestand, davon fließen 6,2 Millionen Euro in die viergruppige Kindertagesstätte und 6,2 Millionen in die neuen Gemeinderäume und die künftige Kirche. Umgebaut wird nach den Plänen des Architekturbüros Kissler und Effgen, die den vorangegangenen Ideenwettbewerb gewonnen haben. Um den Umbau finanzieren zu können, verkauft die Gemeinde St. Ulrich die an die Kirche angrenzende 5500 Quadratmeter große Fläche an das Siedlungswerk, das dort Wohnungsbau und soziale Nutzungen ermöglichen wird. „St Ulrich ist ein besonderes kirchliches Bauprojekt, weil wir aus einem bestehenden Gebäude etwas Neues machen und auf diese Weise nachhaltig wirken“, sagt Alexander Schmidt, der Leiter der kirchlichen Bauabteilung im Stadtdekanat Stuttgart, der das Projekt seit vielen Jahren begleitet. „Es war spannend zu sehen, wie sich aus Ideen von Architekturstudierenden nach und nach und zuletzt über einen Ideenwettbewerb das jetzige Bauprojekt entwickelt hat“, so Schmidt. Abgeschlossen sein soll der Umbau bis Anfang 2026. Dann sollen die Kita-Kinder und die Gemeinde einziehen und auch wieder Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. „In der neuen Kita und den Gemeinderäumen wird es besondere Raumeindrücke geben, die nur möglich sind, weil beides in eine Kirche eingebaut wird“, sagt Alexander Schmidt.

Bis Jahresende soll der Rohbau beendet sein

Am 3. Juni beginnen die größeren Abbrucharbeiten. Zunächst wird die bestehende räumliche Verbindung zwischen der alten Kirche und den Gemeinderäumen abgerissen und im nächsten Schritt dann die in die Empore in der Kirche abgebrochen. Damit die von den Künstlern Lothar Quinte bzw. Markus Prachensky Buntglasfenster keinen Schaden nehmen, müssen die Fenster gut geschützt werden. Nach den erforderlichen Abbrucharbeiten werden insgesamt 39 Öffnungen für Fenster in die bestehenden Wände eingesägt, auch das eine nicht ganz einfache Aufgabe, da nur dort gesägt werden kann, wo die Statik es erlaubt. Bis Jahresende soll der Rohbau abgeschlossen sein. Marina Schaal, die Vorsitzende der Kirchengemeinde St. Ulrich ist froh, dass der Umbau beginnt. „Wir bekommen einen attraktiven Standort für unsere kleine Gemeinde mit rund 1400 Katholikinnen und Katholiken. Wir werden unsere Türen weit öffnen und freuen uns, wenn wir Raum für Begegnung schaffen und Menschen aus dem Fasanenhof zusammenbringen.“ 20 Frauen und Männer aus der Gemeinde haben in den vergangenen Tagen auch selbst Hand angelegt und die Kirchenbänke abgeschraubt.

Gottesdienste während der Bauzeit

Die Gottesdienste werden bereits seit Beginn des Jahres im alten Gemeindesaal gefeiert. Der Sonntagsgottesdienst beginnt um 9 Uhr, angeboten wird zusätzlich ein Werktagsgottesdienst mittwochs um 18 Uhr. Die alten Gemeinderäume bleiben bis zum Abschluss des Umbaus bestehen.

Mehr Infos zur Gemeinde St. Ulrich finden Sie auf der Homepage der Gesamtkirchengemeinde St. Hedwig und St. Ulrich.

 

 

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